Unmittelbar angrenzend an den Windpark Schlüsselburg entsteht der Windpark Stolzenau – ein Projekt, das gleich in zweifacher Hinsicht besonders ist. Die geplanten Anlagen liegen sowohl im Gebiet der Stadt Petershagen (Landkreis Minden-Lübbecke, NRW) als auch in der Samtgemeinde Mittelweser (Landkreis Nienburg, Niedersachsen). Damit verbindet der Windpark zwei Regionen und zeigt eindrucksvoll, wie die Energiewende über Grenzen hinweg gelingen kann.
Schon frühzeitig haben die Verwaltungsspitzen und die Lokalpolitik die Herausforderungen der Energiewende angenommen. Neben bestehenden Windparks bereichern in diesem Raum bereits zwei Biogasanlagen sowie ein Wasserkraftwerk das regionale Energieangebot. Mit Stolz können wir feststellen: Hier geht es nicht nur darum, Mindestziele zu erfüllen – hier wird aktiv Zukunft gestaltet.
Wir freuen uns schon heute auf das nächste Einweihungsfest in einer Region, die beispielhaft für eine nachhaltige Energieversorgung steht.
Herausforderungen im Projekt
Die Planung des Windparks Stolzenau war von Beginn an durch anspruchsvolle Rahmenbedingungen geprägt.
> Vorranggebiet Rohstoffabbau
Ein Teil des geplanten Areals überschneidet sich mit einem Vorranggebiet zur Kiesgewinnung. Da es sich bereits um das ausgewiesene Ausweichgebiet handelt, standen keine Alternativflächen zur Verfügung.
> Rhein-Main-Link (Amprion)
Die geplante Stromtrasse Rhein-Main-Link verläuft direkt durch das Projektgebiet. Besonders im Bereich der Weserquerung führte die Kabelauffächerung zu Konflikten mit geplanten Standorten. Dank einer Sondergenehmigung von Amprion konnten die Flächen dennoch gesichert werden.
> Überschwemmungsgebiete
Weite Teile des Gebiets sind als Überschwemmungsflächen festgesetzt. Zwar bedeutet dies zunächst ein rechtliches Planungsverbot, die tatsächliche Beeinträchtigung ist jedoch gering: Die Versiegelung durch die Windenergieanlagen ist minimal und Retentionsräume können ausgeglichen geschaffen werden. Entsprechend wurde das Gebiet rechtlich angepasst.
> Rotmilan
Ein Rotmilanhorst im zentralen Bereich des geplanten Windparks schränkt die Flächennutzung erheblich ein. Da die Flugrichtung nicht eindeutig bestimmt werden konnte, musste ein Großteil der Fläche ausgeschlossen werden.
Trotz all dieser Herausforderungen können wir die ursprüngliche Planung von fünf Windkraftanlagen nahezu vollständig umsetzen. Gemeinsam mit WPD onshore, den Flächeneigentümern, dem Planungsbüro NWP, der Samtgemeinde Stöckse und dem Landkreis Nienburg/Weser arbeiten wir erfolgreich daran, das Projekt ökologisch wie ökonomisch tragfähig zu gestalten.
Technische Eckdaten
Anlagentypen: 2 × Nordex N163 (je 7 MW) und 2 × Nordex N149 (je 5,7 MW)
Gesamthöhe: bis zu 200 m
Gesamtertrag: ca. 48.000.000 kWh pro Jahr
Versorgung: rund 14.000 Drei-Personen-Haushalte
Trotz komplexer Rahmenbedingungen zeigt der Windpark Stolzenau eindrucksvoll, wie die Energiewende in Deutschland gelingt: durch Dialog mit Politik und Öffentlichkeit, durch innovative Lösungen bei der Standortplanung – und durch das Engagement aller Beteiligten.
Wir sind stolz darauf, mit diesem Projekt einen weiteren wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Energieversorgung in der Region zu leisten.
Landkreis: Nienburg/Weser
Gemeinde: Samtgemeinde Mittelweser-Stolzenau
Kapazität: ca. 25 MW Nennleistung
Jahresertrag: ca. 48.000.000 kWh
Das bedeutet: Grünstrom für ca. 14.000 Personen*
CO2-Ersparnis: 816 t pro Jahr, dies entspricht 335.815 l Erdöl
Projektstatus:
geplante Inbetriebnahme: 2. Quartal 2027
*Grundlage Dreipersonenhaushalt mit ca. 3.500 kW/h Jahresverbrauch